BIO

Augustin Lehfuss – musikalischer Werdegang

Schon  der Geburtsort weist auf eine spätere Karriere als Musiker hin, gilt doch Österreichs Hauptstadt Wien als Stadt der Musik schlechthin. Im Jahr von Augustin’s Geburt 1963 waren allerdings sowohl Pop als auch Jazz in Österreich noch eine Sache von Randgruppen und musikalischen Außenseitern. Während John Coltran am Newport Jazz Festival auftrat, Miles Davis sein legendäre Albun „Seven Steps To Heaven“ aufnahm und Nat King Cole ein Millionenpublikum erreichte, wurde die österreichische Musiklandschaft noch von Wienerliedern, Operetten und natürlich der großen Klassischen Musik beherrscht. Aus dem heimatlichen Transistor Radio erklangen vor allem deutsche Schlager von Peter Alexander, Fred Bertelsmann und Catarina Valente

Augustin stammt aus einer kulturell vielseitig interessierten Arztfamilie, seine Eltern waren fleißige Konzert- und Theaterbesucher und leisteten sich auch ein Abonnement  an der Wiener Staatsoper. Nachdem sie  einen Bechstein Flügel erstanden hatten, begann der 5 jährige Sprössling, das Instrument zu bearbeiten. Schon nach den ersten Monaten Klavierunterricht unter den gestrengen Augen des hochverehrten Professor Leopold Großmann stellte sich heraus, dass der Bub wenig Energie zum mechanischen Üben von Tonleitern hatte. Stattdessen klimperte er  lieber nach Gehör die Schlager aus dem Radio nach. Aus dieser Zeit stammen auch erste Kompositionsversuche, die noch in krakeliger Kinderschrift erhalten sind, aber sicher niemals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Als die Geduld der Musikschulleitung ein Ende fand und ein neuer Klavierlehrer gesucht wurde, fiel die Wahl auf Helmut Henesch, seines Zeichens (klassich) studierter Pianist, der aber einige Jahre in Westberlin als Jazzpianist viele Größen der internationalen Jazz Szene begleitet hatte. Zudem verfügte er über eine riesige Plattensammlung. Dieser kluge Mann hatte das richtige Händchen, mit dem pubertär renitenten Jüngling umzugehen, zeigte ihm die ersten Jazz Standards und schaffte es zugleich, das Interesse an klassischer Musik wach zu halten.

Bechstein 2

Im elterlichen Haushalt gab es jede Menge Schallplatten, fast ausschließlich klassische Musik, doch der Plattenspieler war Vater’s Domäne und durfte von einem ungeschickten Teenager nur unter Aufsicht bedient werden. Doch irgendwann lag ein tragbarer Plattenspieler unter dem Weihnachtsbaum, und dazu auch eine LP: Louis Armstrongs „Hot five“ waren da zu hören, und schnell wurde klar: Eine Trompete muss her!!! Dieser Wunsch wurde tatsächlich erfüllt und die ersten krächzenden Töne auf einer wunderschön glänzenden „King Silver Flair“ begannen, die Nachbarschaft zu quälen. Um die wunderbaren Solos von Satchmo nachspielen zu können, reichte es noch lange nicht, trotzdem wurde emsig versucht,  sogar eigene Soli zu spielen… – und als dann eine LP von Glenn Miller die kleine Plattensammlung erweiterte, war der Bann endgültig gebrochen. Rund um die Uhr liefen abwechselnd Glenn Miller’s greatest hits, Satchmo’s legendäre Aufnahmen aus der Frühzeit des Jazz sowie – tatsächlich – das Musical Anatevka, bis die Kratzer auf den Vinylscheiben die Musik übertönten. Und es begann sich abzuzeichnen, dass das Interesse des musikalischen Adepten sich nicht allein auf das Spielen, sondern auch auf das Schreiben von Musik beziehen würde.

Nach einem gerade mal so bestandenen Abitur und einigen Ausflügen in andere Interessensgebiete bestand Augustin schließlich die Aufnahmsprüfung für die Jazzabteilung des Konservatoriums der Stadt Wien, das er mit einem Diplom in Jazztheorie und Komposition abschloss. Seitdem arbeitete er fleissig als Arrangeur, Komponist, Songwriter und natürlich als Musiker…

Augustin lebt zur Zeit teils in Österreich, teils in der Hauptstadt Europas, Berlin. Neben der Arbeit an und mit der Musik fährt er gerne mit seiner Moto Guzzi durch die Gegend, paddelt mit dem Faltboot über alle möglichen Gewässer und ist Träger des 2. DAN Shotokan- Karate.

Musiker und Sänger

Schon während des Studiums am Konservatorium (und natürlich danach..) fanden zahlreiche Auftritte als Musiker  statt – damals noch als Jazztrompeter. Augustin spielte in Big Bands, Soul Bläser Sections, Jazzcombos und natürlich auch Unterhaltungs- und Tanzmusik.  Da aber seine Tätigkeit als Arrangeur und Komponist mehr und mehr Zeit in Anspruch nach, mußte nach vielen Jahren die Entscheidung getroffen werden, die Trompete an den Nagel zu hängen – schweren Herzens wohlgemerkt..

Nachdem aber ein Musiker nicht nur hinter dem Schreibtisch und dem PC Bildschirm tätig sein kann, sondern auch aktiv Musik machen muß, entdeckte Augustin das Singen als seine neue und letztlich wahre Leidenschaft. Besonders nach dem Umzug nach Berlin trat Augstin in den verschiedensten Besetzungen als Sänger auf und es kristallisierten sich Projekte und Schwerpunkte heraus, welche man hier auf dieser Seite unter „Projekte“ nachlesen kann..

Referenzen

Im Laufe der Jahre war Augustin als Arrangeur u.a. für die folgenden Künstler tätig:

DJ Ötzi
Big Band der Volkoper Wien
Bläserquintett der Staatskapelle Berlin
Wolfgang Ambros (Ambros singt Moser)
Wiener Symphoniker
Quartetto Tonale
Lydia Paich
Patricia Kaas

u.v.a. …

Komponist und Arrangeur

Bereits im Grundschulalter versuchte sich Augustin als Schöpfer von – aus seiner damaligen Sicht hochdramatischen – Werken der Tonkunst. Auf dem elterlichen Flügel entstanden in krakeliger Kinderschrift notierte Kleinkunstwerke mit teils reißerischen Titeln – zum Beispiel „das abgestürzte Eichhörnchen“.  Nach dem ersten Kontakt mit dem Jazz musste es natürlich Blues sein.. – erhalten ist eine Bluesmelodie im 7/4 tel Takt in Ges (!!!!!) , die glücklicherweise bis zum heutigen Tag geheim gehalten werden konnte.

Während des Studiums am Konservatorium trudelten die ersten Aufträge als Arrangeur ein – vornehmlich waren für Tanz- und Showbands bereits etablierte Musikstücke zu transkribieren, in der Besetzung zu variieren und für deren Zwecke spielbar zu machen. Diese Tätigkeit schärfte das handwerkliche Können enorm. Über Jahrzehnte kamen so einige hundert Transkriptionen und eigenständige Arrangements zustande, von der Jazz Big Band über klassische Ensembles aller Art bis hin zum großen symphonischen Orchester.

Finale Score

Daneben entstanden immer wieder Stücke für den Eigengebrauch. Nach und nach schrieb Augustin auch die Texte zu seinen Liedern. Teils in Englisch, sehr viele aber auch mit Texten in der Muttersprache, mit denen er gelegentlich unter dem „Alter Ego“ GUSTFUSS im kleinen Rahmen auftritt.

Einige dieser Titel sind auf Tonträger veröffentlicht.

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Die Zukunft

Was die Zukunft bringt, weiß der Himmel oder sonst wer; sicher aber ist, daß Augustin noch lange nicht fertig ist. Mittlerweile in der Hauptstadt Europas, Berlin, lebend, gibt es zu Hauf  Ideen für zukünftige Projekte –  zudem liegen noch jede Menge fertig geschriebener, aber noch nicht produzierter Songs und Kompositionen unveröffentlicht in der Schublade.

Eines ist jetzt schon sicher: Um mit all seinen Idee fertig zu werden, müsste Augustin mindestens hundert Jahre alt werden – und er wird sich Mühe geben, dieser magischen Anzahl an Lebensjahren möglichst nahe zu kommen…

Man darf gespannt sein…